Bag-in-Box – die klimafreundliche Verpackung

Von Jana Alpaslan.

Wein aus der Bag-in-Box? Also sinngemäß Wein aus dem Beutel-im-Karton? Hinter diesem etwas sperrigen Begriff verbirgt sich ein von Pappkarton umschlossener Folienbeutel mit Ventil, durch das Wein entnommen werden kann. Zugegeben – das ist, schon rein optisch, etwas ganz Anderes als die klassische Weinflasche. Die Bag-in-Box ist aber auch hinsichtlich ihrer Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit etwas ganz Anderes.

Doch zunächst zur klassischen Glasflasche. Für die Herstellung von Glasflaschen muss zunächst Quarzsand bei Temperaturen bis zu 1650 Grad Celcius geschmolzen werden (Verbraucher konkret, 2013). Dieser hohe Energieaufwand wird durch die Verwendung von Altglas zwar etwas reduziert, dennoch ist Glas aber immer noch die Verpackung, welche pro Verpackungsvolumeneinheit den höchsten Energiebedarf und damit verbunden CO2- und weiteren Schadstoffemissionen hat (Verbraucher konkret, 2013). Zwar haben Glasverpackungen gute Recyclingeigenschaften – an ihrer schlechten Ökobilanz ändert dies jedoch kaum etwas.

Die Bag-in-Box ist deutlich leichter als Glasflaschen und ermöglicht so geringere Transport- und Verpackungskosten, wobei dadurch schon während des Transportes weniger CO2 ausgestoßen wird (LeGuern und Tostivint, 2010). Wird der gesamte Lebenszyklus einer Bag-in-Box mit dem einer Glasflasche verglichen, wird bei der Bag-in-Box 73% weniger Wasser als bei der Glasflasche verbraucht (LeGuern und Tostivint, 2010). Der in der Bag-in-Box abgefüllte Wein ist außerdem nach Anbruch bei richtiger Kühlung länger haltbar. Dies ist durch das Ventil möglich, durch welches kein Sauerstoff ins Innere des Beutels gelangt.

Wenn gleich die Bag-in-Box auf dem deutschen Markt noch nicht so verbreitet ist, wie beispielsweise in Frankreich, Skandinavien oder den USA – so neu ist die Idee nicht, denn schon in der Antike wurden Beutel (damals aus Tierdärmen) zur Aufbewahrung alkoholhaltiger Getränke genutzt (Jung und Schüßler, 2014). Und einer Sache kann man sich schließlich ganz sicher sein – der Wein aus der Bag-in-Box wird niemals korken.

Wein aus der Bag-in-Box können Sie beispielsweise beim durch Fairchoice® zertifizierten Staatlichen Weinbauinsitut Freiburg beziehen. www.gruene-weinbox.de

Quellen:
Jung, R. und Schüßler, C. (2014), Untersuchung von alternativen Verpackungsformen für Wein, Abschlussbericht zum ATW-Vorhaben 168, Geisenheim.
LeGuern, Y. und Tostivint, C. (2010) Nordic Life Cycle Assessment Wine Package Study, Final Report – ISO Complaint. Bio Intelligence Service S.A.S., Paris.
Verbraucher konkret (05/2013), Getränkeverpackungen, Themenheft der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V., Berlin.